Stand Restaurierung der Panzer des aufgelösten Panzermuseums Thun

2024/25 erhielt das Militärmuseum Full 25 ausländische Panzerfahrzeuge aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Kriegs aus dem aufgelösten Panzermuseum Thun der Schweizer Armee als langfristige Leihgabe.

Die Restaurierungsarbeiten an diesen Panzern, die durch das Museumsteam in der Werkstatt der Wilhelm Miescher Halle ausgeführt werden, schreiten mit grossem Einsatz erfolgreich voran. Dabei werden die Fahrzeuge konserviert, damit der weitere Zerfall gestoppt werden kann. Ziel ist es in einer ersten Phase, die Fahrzeuge im Innern zu konservieren und äusserlich so instand zu stellen und zu komplettieren, dass die Exponate von aussen dem Stand ihrer Einsatzzeit entsprechen. Nach Abschluss der Restaurierung werden sie in die neue Museumshalle gebracht, die am 3. April 2027 eröffnet wird. Die folgenden Bilder zeigen die Fortschritte der Restaurierung bei einigen ausgewählten Objekten.

Arbeiten am Jagdpanzer IV/L48

Der mittlerweile in der regulären Ausstellung befindliche Jagdpanzer IV/L48 musste aufgrund der zum Teil stark fortgeschrittenen Korrosion sowie den diversen Fehlteilen repariert bzw. ergänzt werden. Diverse Teile wie das Bug MG, die Halterung des Feuerlöschers inkl. originalem Feuerlöscher, die Schanz- & Spezialwerkzeuge, zwei Ersatzlaufrollen, der Antennensockel, der Schutz der Richtschützenoptik sowie die Kotschutzbleche vorne und Schmutzabweiser hinten wurden beschafft oder in Eigenproduktion originalgetreu hergestellt. Auch wurde die doch recht aufwändige, originalgetreue Bemalung (Hinterhaltstarnung) aufgebracht.

Arbeiten am M4A4 Sherman

Das Fahrzeug, welches in der Schweiz zu Testzwecken verwendet wurde und dabei mehrere hundert Kilometer mit Schweizer M+ Nummer absolvierte, wurde zerlegt, innen konserviert und äusserlich restauriert. Nach der kompletten Instandstellung des Fahrwerks für die Wiederherstellung der Rollfähigkeit wurden diverse Fehlteile wie zwei Browning-Maschinengewehre, die Fahrzeugbeleuchtung inkl. mechanischem Schutz, sämtliche Periskope sowie das Schanzwerkzeug beschafft. Die neue Lackierung und die Markierungen am Fahrzeug entsprechen der unter alten Farbschichten vorgefundenen Einheit (South Alberta Light Horse Regiment der 4. kanadischen Panzerdivision).

Arbeiten am Panzerkampfwagen IV

Der als «Arbeitspferd» der deutschen Wehrmacht bekannte Panzerkampfwagen IV wurde komplett zerlegt und die Wanne sandgestrahlt. Anlässlich der Zerlegung des Fahrzeuges kamen einige z.T. unerwartete Improvisationen aus jüngerer Zeit zum Vorschein. d.h. zum Bsp. das Fahrwerk, welches Ketten und Stützrollen eines Schweizerpanzers 61 und teilweise Laufrollen eines Panzer III aufwies, wurde mittlerweile komplett aufbereitet, was allein schon eine höhere dreistellige Anzahl von Arbeitsstunden erfordert hat. Auch wurden u.a. die ebenfalls nicht mehr vorhandenen, originale Laufräder sowie die originale Kette und Fehlteile der Federung, zwei Stützrollen, die fehlenden Deckel der Getriebeabdeckung, von Fahrer und Funker sowie der Motorabdeckung beschafft, was mit beträchtlichen Kosten verbunden war. Die ursprünglich vorhandene Zusatzpanzerung am Turm wurde neu angefertigt. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant.

Arbeiten am Jagdpanther

Das Schachtelfahrwerk wurde demontiert. Die Schwingarme wurden gängig gemacht und die Räder entrostet und neu lackiert, wo notwendig ersetzt. Ein Grossteil der noch vorhanden Innenausrüstung wurde demontiert, um den Innenraum zu konservieren. Verschiedene in der Schweiz nach dem Krieg vorgenommene Änderungen (US-Periskope, Blechhaube über Fahrerwinkelspiegeln etc.) wurden entfernt und originalgetreu wiederhergestellt. Das restaurierte Fahrzeug mit einem bemerkenswerten Lebenslauf wird ab 2027 zu besichtigen sein.

Arbeiten am Saurer Tartaruga

Der als Versuchsfahrzeug für die Schweizer Armee gebaute Prototyp wird aktuell komplett zerlegt und wieder in fahrfähigen Zustand versetzt. Erfreulicherweise sind die mechanischen Teile wie z.B. der Motor noch drehbar, was das Vorhaben erheblich erleichtert. Parallel zum Ausbau aller Teile werden bereits diverse Schlüsselkomponenten wie z.B die Fahrzeugelektrik neu aufgebaut. Erfreulicherweise konnte das Saurer Museum in Arbon für die Instandstellung des Motors gewonnen werden. Dafür gebührt jetzt schon ein grosses Dankeschön!